Substitution

79.400 Opioidabhängige erhalten in Deutschland eine Substitutionsbehandlung. Durch die Behandlung mit einem Ersatzstoff, zumeist Methadon, haben die Betroffenen die Chance, sich gesundheitlich und sozial zu stabilisieren. Die überwiegende Zahl der Substituierten wird ambulant von niedergelassenen Ärzten oder in speziellen Ambulanzen behandelt.

Substitutionsregister

Nach § 13 Abs. 3 Betäubungsmittelgesetz (BtMG) in Verbindung mit § 5a der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung (BtMVV) führt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) für die Länder das Substitutionsregister. Seit dem 1. Juli 2002 hat jeder Arzt, der Substitutionsmittel für einen opioidabhängigen Patienten verschreibt, der Bundesopiumstelle im BfArM unverzüglich die in § 5a Abs. 2 BtMVV vorgeschriebenen Angaben zu melden. Zu den Aufgaben des Substitutionsregisters gehören insbesondere die frühestmögliche Unterbindung von Mehrfachverschreibungen von Substitutionsmitteln durch verschiedene Ärzte für denselben Patienten, die Feststellung der Erfüllung der Mindestanforderungen an eine suchtmedizinischeQualifikation der Ärzte sowie die Übermittlung statistischer Auswertungen an die zuständigen Überwachungsbehörden und obersten Landesgesundheitsbehörden. Das Substitutionsregister leistet als bundesweites Überwachungsinstrument auf der Ebene von Bund, Ländern und Kommunen einen wichtigen Beitrag zum Patientenschutz und zur Sicherheit und Kontrolle des Betäubungsmittelverkehrs im Rahmen der Substitutionsbehandlungen.

Daten zur Substitution

Landkarte substituierende Ärzte

Anzahl meldender, substituierender Ärzte pro 100.000 Einwohner je Kreis bzw. kreisfreier Stadt im ersten Halbjahr 2018. In Kreisen und kreisfreien Städten mit weißen Flächen sind keine substituierenden Ärzte registriert.

Quelle: Substitutionsregister des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (2019)

Landkarte Substitutionspatienten

Anzahl gemeldeter Substitutionspatientinnen und -patienten pro 100.000 Einwohner je Kreis bzw. kreisfreier Stadt am Stichtag 1.1.2018. In Kreisen und kreisfreien Städten mit weißen Flächen sind keine
Substitutionspatienten registriert.

Quelle: Substitutionsregister des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (2019)

Reform des Substitutionsrechts

Mit der 3. Verordnung zur Änderung der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung (BtMVV) vom 22.05.2017 wurden die Vorschriften zur Substitutionsbehandlung Opioidabhängiger geändert und finden seit der Bekanntmachung der "Richtlinie der Bundesärztekammer zur Durchführung der substitutionsgestützten Behandlung Opioidabhängiger" am 2.10.2017 im Bundesanzeiger vollumfänglich Anwendung. Die besonderen Vorschriften über die Substitution mit dem Stoff Diamorphin wurden aus dem bisherigen § 5 Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung (BtMVV) in einen neuen § 5a BtMVV überführt. Der bisherige § 5a BtMVV zum Substitutionsregister wurde somit zu § 5b BtMVV. Mit der Reform der BtMVV wurden die betäubungsmittelrechtlichen Regelungen zur ärztlichen Substitutionstherapie opioidabhängiger Menschen an Erkenntnisse des wissenschaftlichen Fortschritts und praktische Erfordernisse angepasst.