Neue Rauch- und Dampfprodukte

Elektronische Zigaretten (E-Zigaretten) bestehen aus einem Mundstück, einem Akku, einem elektrischen Vernebler sowie einer Wechsel-Kartusche, in der sich eine Flüssigkeit ("Liquid") befindet. Bei einigen Modellen leuchtet dabei eine Diode (LED) am vorderen Ende auf, die das Glimmen einer Tabakzigarette imitiert. Der Konsum von E-Zigaretten wird als "Dampfen" bezeichnet. E-Zigaretten enthalten im Unterschied zur klassischen Zigarette keinen Tabak. Auch eine Verbrennung findet nicht statt. Stattdessen wird beim Ziehen am Mundstück das Liquid vernebelt, sodass es als Aerosol inhaliert werden kann.

Das Aerosol von E-Zigaretten besteht aus feinen und ultrafeinen Flüssigkeitspartikeln aus Propylenglykol und/oder Glyzerin, Aromen und zumeist dem Suchtstoff Nikotin. Daneben kann es in Abhängigkeit von der Art der E-Zigarette, deren Leistung, dem verwendeten Liquid sowie dem Nutzerverhalten weitere schädliche Substanzen wie Formaldehyd, Acetaldehyd, Acrolein, reaktive Sauerstoffverbindungen und Metalle enthalten. Während die Nikotinaufnahme der der klassischen Zigarette entsprechen kann, liegt die Konzentration der weiteren Schadstoffe im E-Zigarettenaerosol bei sachgemäßem Gebrauch allerdings deutlich unter dem Rauch der konventionellen Zigarette. In Einzelfällen kann sie unter bestimmten Nutzungsbedingungen allerdings auch gleich oder sogar höher ausfallen (Pisinger et al., 2014; Shields et al.,2017). Der Gebrauch von E-Zigaretten ist in den vergangenen Jahren angestiegen, wobei die Produkte vor allem für bisherige Zigaretten-Raucher/innen und jüngere Menschen interessant sind.

Vor allem jüngere Menschen im Alter von 16 bis 29 Jahren probieren E-Zigaretten aus: In dieser Altersgruppe hat fast ein Fünftel jemals E-Zigaretten verwendet, mit zunehmendem Alter nimmt dieser Anteil kontinuierlich ab.

Der regelmäßige Konsum von E-Zigaretten liegt deutlich niedriger als die Jemalsnutzung. Dabei variiert der Anteil der aktuellen Nutzerinnen und Nutzer je nach Rauchstatus.

Weniger Tabak zu rauchen oder ganz damit aufzuhören sind wichtige Gründe für den Konsum von E-Zigaretten. Auch wenn noch keine ausreichende wissenschaftliche Evidenz für die Wirksamkeit von E-Zigaretten zur Tabakentwöhnung vorliegt, ist sie in der Praxis die am häufigsten eingesetzte Methode zur Unterstützung der Tabakentwöhnung (DEBRA2018). Seit 2014 geben jedes Jahr etwa 3 % der Raucherinnen und Raucher an, einen Rauchstopp mithilfe von E-Zigaretten versucht zu haben. Der Anteil der ehemaligen Raucher, die erklären, mit dem Einsatz von E-Zigaretten mit dem Rauchen aufgehört haben, stieg von 0,2 % im Jahr 2014 auf 1,8 % im Jahr 2017 an (DKFZ, 2018).

Gesundheitliche Folgen:

Mögliche Gesundheitsgefahren des E-Zigarettenkonsums sind bislang noch wenig untersucht. Erste Beobachtungen am Menschen sowie Tier- und Zellversuche deuten darauf hin, dass E-Zigarettenaerosol im Körper oxidativen Stress erhöht, entzündliche Reaktionen in der Lunge hervorrufen und für Zellen giftig sein kann. Außerdem kann es die Zellvermehrung, die Zellfunktion und die Immunabwehr beeinträchtigen und das Erbgut schädigen. All diese Wirkungen sind in der Regel im Vergleich zu Zigarettenrauch allerdings weniger stark ausgeprägt.

Mögliche langfristige gesundheitliche Auswirkungen des E-Zigarettenkonsums wurden bislang nicht untersucht. Es ist aber davon auszugehen, dass E-Zigaretten aufgrund der deutlich geringeren Schadstoffmenge im Aerosol im Vergleich zu Rauchtabak weniger schädlich sind.

Ein Tabakhersteller brachte im Jahr 2016 ein Tabakprodukt auf den deutschen Markt, bei dem eine spezielle Mini-Zigarette in einem Halter elektronisch auf etwa 250 bis 300°C erhitzt wird. Das beim Gebrauch dieser Produkte entstehende Aerosol, das vom Konsumenten wie beim Rauchen inhaliert wird, enthält eine Reihe derselben Schadstoffe wie Tabakrauch, darunter Kohlenmonoxid und krebserzeugende Substanzen, jedoch in geringeren Mengen als der Tabakrauch der klassischen Zigarette (Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), 2017; Committees on Toxicity, Mutagenicity, Carcinogenicity of Chemicals in Food, Consumer Products and the Environment, 2017). Allerdings geben Tabakerhitzer krebserzeugende Substanzen in größeren Mengen ab als sachgerecht gebrauchte E-Zigaretten (BfR, 2017; Murphy et al. (2018). Da Tabakerhitzer im Blut des Konsumenten dem Rauchen vergleichbare Nikotinspiegel erzeugen, ist davon auszugehen, dass sie ein der klassischen Zigarette im Wesentlichen entsprechendes Abhängigkeitspotential bergen (BfR, 2017; Haziza et al. 2016).

Gesundheitliche Folgen: 

Die zuverlässige Abschätzung der gesundheitlichen Gefährdung durch Tabakerhitzer ist schwierig, da hierfür noch keine geeigneten Bewertungsmodelle entwickelt wurden. Die bisherigen Studien der Hersteller, aber auch die wenigen unabhängigen Untersuchungen, legen nahe, dass das Aerosol von Tabakerhitzern weniger Schadstoffe enthält als der Rauch von Tabakzigaretten. Inwieweit sich für Raucher, die von Tabakzigaretten auf Tabakerhitzer umsteigen, die wahrscheinlich geringere Schadstoffexposition auch tatsächlich in einem reduzierten Gesundheitsrisiko niederschlägt, ist noch unklar.

Eine vorläufige Bewertung von Tabakerhitzern durch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) wurde 2017 veröffentlicht und hat weiterhin Bestand:

http://www.bfr.bund.de/cm/343/vorlaeufigerisikobewertung-von-tobacco-heating-systemen- alstabakprodukte.pdf

Da E-Zigaretten und Tabakerhitzer zur Belastung der Raumluft beitragen, sollten sie zum vorbeugenden Gesundheitsschutz, auch wenn das Ausmaß einer möglichen Gesundheitsgefährdung für Nichtkonsumenten bislang nicht geklärt ist, ebenso wie Tabakzigaretten nicht in Räumen verwendet werden, in denen ein Rauchverbot besteht.

Die Wasserpfeife stammt ursprünglich aus Indien. Populär wurde sie vor rund 600 Jahren in den arabischen Ländern. Dort wird die Wasserpfeife auch Shisha genannt. Für Wasserpfeifen wird spezieller Tabak verwendet. Die Grundsubstanz des Wasserpfeifentabaks wird Melasse genannt. Sie besteht aus einer Mischung von Tabakblättern und Zusätzen aus Zuckerrohr. Die Funktionsweise einer E-Shisha ist mit der einer E-Zigarette vergleichbar. Auch E-Shishas setzen sich aus einem Mundstück, einem Akku bzw. einer Batterie, einem elektrischen Verdampfer sowie einer Kartusche mit Liquid (Flüssigkeit) zusammen. Basis des Liquids ist Propylenglykol, häufig auch Glyzerin. Beigefügt werden verschiedene, zumeist süßliche Aromastoffe, die die Geschmacksrichtung des Liquids bestimmen. Es gibt Liquids mit und ohne Nikotin. Daten zur Verbreitung des Konsums liegen für Jugendliche und junge Erwachsene vor.

Gesundheitliche Folgen:

Einer Studie des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) zufolge sind die Risiken des Konsums von Wasserpfeifentabak nicht geringer als die von Zigarettentabak. So werden teilweise sogar größere Mengen an Schadstoffen wie Teer und Kohlenmonoxid aufgenommen als beim Konsum von Zigaretten. Auch die Menge des aufgenommenen Nikotins kann bei der Nutzung von Wasserpfeifen deutlich höher als bei Zigaretten sein. Neben Nikotin wurden krebsauslösende Substanzen in vielfach höheren Konzentrationen im Rauch von Wasserpfeifen nachgewiesen, zum Beispiel Arsen, Chrom und Nickel. Außerdem werden durch die gemeinschaftliche Nutzung von Wasserpfeifen Infektionskrankheiten begünstigt. Darüber hinaus entsteht durch das Verbrennen der Inhaltsstoffe beim Rauchen Kohlenmonoxid, das nicht nur für die Konsumenten, sondern auch für Passivraucher schädlich ist. Das geruch- und geschmacklose Gas kann zu Vergiftungserscheinungen wie Schwindel und Übelkeit bis hin zu Bewusstlosigkeit und Ersticken führen. Eine gute Sauerstoffzufuhr und der Einsatz von Kohlenmonoxidwarnmeldern sind deswegen beim Betrieb von Shisha-Bars geboten.

Daten zum Konsum

Prävalenzen der Nutzung von E-Zigaretten

Prävalenzen der Nutzung von E-Zigaretten bei Jugendlichen und Erwachsenen

Nutzung von E-Zigaretten

Nutzung von E-Zigaretten (2017) in Bezug zum Rauchstatus (bezogen auf herkömmliche Tabakprodukte)

Jemalskonsum E-Zigaretten nach Alter

Zeitlicher Verlauf der Jemalsnutzung von E-Zigaretten nach Alter

E-Zigarettennutzung nach Rauchstatus

E-Zigarettennutzung (in den letzten 12 Monaten) nach Rauchstatus

Prävalenzen der Nutzung von Wasserpfeifen und E-Shishas

Prävalenzen der Nutzung von Wasserpfeifen und E-Shishas bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen